Wettgewinne auf Visa – Steuerpflicht in Österreich einfach erklärt

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Steuerfreiheit bei Wettgewinnen – was für Visa-Auszahlungen gilt
Die Frage kommt immer nach dem ersten großen Gewinn: „Muss ich das versteuern?“ Ich erinnere mich an einen Spieler, der 4.000 Euro gewonnen hatte und drei Wochen lang die Auszahlung nicht beantragte, weil er Angst vor dem Finanzamt hatte. Völlig unnötig – denn Sportwetten-Gewinne sind in Österreich für den Spieler steuerfrei. Egal ob die Auszahlung auf deine Visa-Karte, auf dein Bankkonto oder in ein E-Wallet geht.
Die Steuerfreiheit hat einen einfachen Grund: Österreich besteuert Glücksspielgewinne nicht beim Spieler, sondern beim Anbieter. Seit April 2025 beträgt die Sportwettenabgabe 5 % des Bruttospieleinsatzes – vorher waren es 2 %, eine Erhöhung um 150 %. Diese Abgabe zahlt der Wettanbieter, nicht du. Was auf deinem Visa-Auszug als Gutschrift erscheint, ist dein Gewinn – brutto gleich netto.
Steuerliche Behandlung von Sportwetten-Gewinnen in Österreich
Ich bin kein Steuerberater, und das hier ist keine Steuerberatung. Aber nach neun Jahren in der Branche kenne ich die Grundlagen, die jeder Spieler verstehen sollte. Die rechtliche Basis ist das Einkommensteuergesetz: Gewinne aus Glücksspielen und Wetten sind in Österreich keine Einkünfte im steuerrechtlichen Sinne. Sie fallen nicht unter die sieben Einkunftsarten des EStG und unterliegen damit nicht der Einkommensteuer.
Das gilt unabhängig von der Höhe des Gewinns. 100 Euro, 10.000 Euro, 100.000 Euro – die Steuerfreiheit kennt keine Obergrenze. Es gibt keinen Freibetrag, der überschritten werden könnte, weil Wettgewinne schlichtweg nicht als Einkommen gelten. Das unterscheidet Österreich von manchen anderen EU-Ländern, in denen ab bestimmten Beträgen eine Gewinnsteuer greift.
Aber – und dieses Aber ist wichtig – es gibt Ausnahmen. Wenn das Finanzamt zu dem Schluss kommt, dass du professionell und gewerbsmäßig wettest, also Sportwetten als regelmäßige Einnahmequelle betreibst, kann es die Gewinne als Einkünfte aus Gewerbebetrieb einstufen. Das passiert in der Praxis extrem selten und betrifft nur Personen, die nachweislich hauptberuflich und systematisch wetten. Der Freizeitspieler, der am Wochenende eine Kombiwette platziert, muss sich darüber keine Gedanken machen.
Ein Punkt, der in der Praxis immer wieder Verunsicherung auslöst: Die Unterscheidung zwischen Sportwetten und anderen Glücksspielen. Casinospiele, Online-Slots, Poker – für all diese Formate gilt dieselbe Steuerfreiheit. Aber bei Sportwetten kommt eine Besonderheit dazu: Wer systematisch Value-Bets platziert, Algorithmen nutzt oder Matched Betting betreibt, bewegt sich in einer Grauzone, die das Finanzamt theoretisch als gewerbliche Tätigkeit werten könnte. In der Praxis fehlen mir Fälle, in denen das tatsächlich passiert ist – aber das Risiko sollte man kennen.
Das Finanzministerium erwartet aus der erhöhten Sportwettenabgabe Mehreinnahmen von 50 Millionen Euro im Jahr 2025, steigend auf 200 Millionen Euro jährlich bis 2028/29. Die Einnahmen aus der Sportwettenabgabe sollen von 82,4 Millionen Euro im Jahr 2023 auf 119,6 Millionen Euro im Jahr 2026 steigen. Diese Summen zeigen, dass der Staat seine Einnahmen über die Anbieter-Abgabe generiert – nicht über eine Spielerbesteuerung.
Die Sportwettenabgabe und ihre Auswirkung auf Spieler
Dr. Raffaela Zillner, Generalsekretärin des OVWG, hat zur Erhöhung der Sportwettenabgabe klare Worte gefunden: „Dass die Regierung aktuell nicht mit uns spricht, ist für uns nicht nachvollziehbar.“ Die Branche sieht die Erhöhung kritisch – und das aus nachvollziehbaren Gründen.
Für den Spieler wirkt sich die Sportwettenabgabe nicht direkt auf die Steuerlast aus – du zahlst weiterhin keine Steuer auf deine Gewinne. Indirekt kann die erhöhte Abgabe aber Folgen haben. Wettanbieter, die 5 % statt 2 % abführen müssen, haben drei Möglichkeiten: Sie senken die Quoten, sie erhöhen die Gebühren, oder sie akzeptieren geringere Margen. In der Praxis ist eine Kombination aus allen dreien zu beobachten.
Was bedeutet das für deine Visa-Einzahlung? Der Betrag, den du einzahlst, ändert sich nicht. Aber der Wert, den du in Form von Quoten zurückbekommst, kann minimal sinken. Bei einer Einzahlung von 100 Euro über Visa wirst du keinen Unterschied spüren. Bei Vielspielern mit hohen monatlichen Umsätzen summieren sich marginale Quotenverschlechterungen allerdings zu spürbaren Beträgen.
Mein Rat: Vergleiche die Quoten zwischen verschiedenen Anbietern – gerade nach der Abgabenerhöhung gibt es Unterschiede, weil manche Anbieter die Kosten stärker auf die Quoten umlegen als andere. Die Gebühren bei Visa-Sportwetten selbst bleiben davon unberührt.
Besonderheiten bei Visa-Auszahlungen im Steuerkontext
Jetzt der Punkt, der speziell Visa-Nutzer betrifft: Wie erscheinen Wettgewinne auf dem Kontoauszug, und kann das Finanzamt daraus Schlüsse ziehen?
Eine Visa-Auszahlung erscheint auf deiner Kreditkartenabrechnung oder deinem Girokonto als Gutschrift des Wettanbieters. Der Buchungstext enthält in der Regel den Firmennamen des Anbieters oder des Payment-Providers. Es steht dort nicht „Wettgewinn“ – nur ein Firmenname und ein Betrag. Für das Finanzamt ist das zunächst eine neutrale Information.
In der Praxis fragt das Finanzamt nicht nach einzelnen Visa-Gutschriften, es sei denn, du wirst aus anderen Gründen geprüft. Wenn du in deiner Steuererklärung keine ungewöhnlich hohen, ungeklärten Eingänge hast, gibt es keinen Anlass für Nachfragen. Sportwetten-Gewinne müssen in der Einkommensteuererklärung nicht angegeben werden – eben weil sie keine Einkünfte darstellen.
Falls du trotzdem auf Nummer sicher gehen willst, dokumentiere deine Wetthistorie. Die meisten Wettanbieter bieten einen Transaktionsverlauf an, den du als PDF herunterladen kannst. Im unwahrscheinlichen Fall einer Finanzamtsprüfung kannst du damit nachweisen, dass die Gutschriften auf deiner Visa-Karte aus Sportwetten stammen – und damit steuerfrei sind.
Ein letzter Gedanke: Die Steuerfreiheit gilt für Sportwetten-Gewinne, nicht für Zinserträge oder Kursgewinne. Wenn du deine Wettgewinne auf ein Sparkonto legst und Zinsen kassierst, sind die Zinsen steuerpflichtig – nicht der ursprüngliche Gewinn. Eine banale Unterscheidung, die aber sauber bleiben muss.
Dein Gewinn bleibt dein Gewinn – ohne Abzüge
Muss ich Visa-Auszahlungen von Wettgewinnen in der Steuererklärung angeben?
Nein. Sportwetten-Gewinne sind in Österreich für den Spieler steuerfrei und müssen nicht in der Einkommensteuererklärung angegeben werden. Sie gelten nicht als Einkünfte im steuerrechtlichen Sinne. Das gilt unabhängig davon, ob die Auszahlung per Visa, Banküberweisung oder E-Wallet erfolgt.
Verändert die erhöhte Sportwettenabgabe 2025 meine persönliche Steuerlast?
Nein. Die Sportwettenabgabe wird vom Wettanbieter abgeführt, nicht vom Spieler. Deine Wettgewinne bleiben steuerfrei. Indirekt kann die höhere Abgabe allerdings zu leicht niedrigeren Quoten oder höheren Gebühren beim Anbieter führen, da die Kosten weitergegeben werden können.
Erstellt von der Redaktion von „Visa Wetten“.